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Tantra Massage - Tantramasssage

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" Berührung mit Achtsamkeit, Respekt und Liebe "

- das haben buddhistische Mönche in Tibet, die ersten "Tantriker", vor Jahrtausenden herausgefunden, - sind die beiden Seiten ein und derselben Energie, die für den inneren Transformationsprozess genutzt werden kann.
Das Wort TANTRA bedeutet die Möglichkeit zur Expansion, zur Entwicklung, zur Erweiterung.
Und wer glaubt, TANTRA sei eine Ansammlung von Gruppensexpraktiken, der täuscht sich gewaltig. TANTRA ist eine Philosophie, eine große Einsicht, die wir nicht suchen, sondern nur wieder entdecken müssen, weil sie längst in uns ist.

Sex allein macht uns kleiner, lässt uns sozusagen schrumpfen. Tantra erweitert uns und unser Bewusstsein. Es handelt sich dabei um die gleiche Energie, - die aber in die entgegen gesetzte Richtung geht. Tantra ist nicht mehr egoistisch und selbstbezogen. Tantra breitet sich aus, bezieht sich auf die gesamte Lebenseinstellung. Tantra IST eine Lebenseinstellung.
Beim Sex kannst du einen momentanen Höhepunkt erreichen, In der Wirtschaft würde man sagen: viel Aufwand für wenig Ergebnis.

Du siehst nicht mehr „nur“ eine individuelle Person, du begegnest dem Universum. Du siehst einen Baum, du siehst eine Blume, du siehst einen Stern…
Und du siehst dies alles nicht nur mit den Augen. Es geht viel tiefer…

Frei nach Osho

Was verstehen wir unter Tantramassage

Vielleicht sollten wir zunächst sagen, was wir NICHT darunter verstehen, gerade weil diese Begriffe „erotische Massagen“ oder „Tantramassagen“ in der Zwischenzeit sehr verkommen sind.

Es handelt sich hierbei weder um Sex oder eine sexuelle Dienstleistung, Begrapschen oder sich begrapschen lassen lehnen wir ab. Es handelt sich nicht um Prostitution, und es ist auch nicht etwas, das man gezwungenermaßen macht.

Um beim Begriff „Tantra“ zu bleiben: dies ist eine Lebensform, eine Lebenseinstellung, eine Art zu leben.

Unsere Massagen werden mit Gefühl und Hingabe am nackten Menschen gegeben. Der ganze Körper des Gastes, männlich oder weiblich, wird berührt und massiert.

Während der Zeit der Massage erwarten wir Präsenz. Wir sind mit unserem Denken und Fühlen beim Gast. Und um eine Unklarheit von vornherein auszuräumen: Wir, die gebenden Masseurinnen bestimmen, wo oder wie wir bereit sind uns selbst berühren zu lassen. Ebenso, wir geben eine Massage, was wir nicht geben ist Sex oder etwa eine Orgasmus Garantie.

Wenn du als Gast eine erotische liebevolle Erfahrung suchst, dann bist du willkommen. Suchst du jedoch lediglich schnelle, sexuelle Entspannung wähle lieber ein anderes Angebot. Es gibt ja genügend davon.


Tantra (Sanskrit „Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang“) ist eine Strömung innerhalb der indischen Philosophie, entstanden als zunächst esoterische Form des Hinduismus und später des Buddhismus innerhalb der nördlichen Mahayana-Tradition. Die Ursprünge des Tantra beginnen im 2. Jahrhundert, in voller Ausprägung liegt die Lehre jedoch frühestens ab dem 7./8. Jahrhundert vor. Im Buddhismus ist auch der Begriff Tantrayana gebräuchlich (Tantrayāna, „Fahrzeug der Tantra-Texte“).

Das Wort Tantra wird manchmal von der Sanskritwurzel tan (ausdehnen) abgeleitet. Tantrismus bedeutet somit auch allumfassendes Wissen oder Ausbreitung des Wissens.

Ursprünge und Geschichte

Die Ursprünge des Hindu-Tantra bestehen aus verschiedenen Einflüssen des frühen Mittelalters in Indien. Diese sind die südasiatische dämonologische Tradition, lokale und volkstümliche Einflüsse und die Einflüsse religiöser Sekten wie den Pashupatas, die neue religiöse Rituale und Lehren einführten, die nicht-vedisch waren.

Das mittelalterliche Tantra diente häufig dazu, einen König, der aus niederen Kasten stammte oder ausländischer Herkunft war, durch Rituale zu legitimieren, die ihm im vedisch-orthodoxen Ritual nicht zugänglich waren. Auf diesem Wege sind in das Hindu-Tantra Praktiken eingeflossen, die die rituelle Transformation des Praktizierenden in einen Gottkönig zum Ziel haben, der ein Pantheon von Göttern und Dämonen regiert und dessen Palast in der Mitte des Mandalas angesiedelt ist. Trotz dieser Bezogenheit auf einen Herrscher waren die wenigsten Tantriker Könige.

In ländlichen Gebieten und in Indonesien ähnelt der Tantrismus stark schamanistischen Religionen. Tantriker haben hier die Aufgabe, die Horden von Dämonen zu kontrollieren, die sich schädlich auf Menschen, das häusliche Umfeld und die Landwirtschaft auswirken können. Zu diesem Zweck werden die tantrischen 'Herrscher des Geistes' in Besessenheitstrance angerufen, Exorzismen und Zauberei ausgeführt. Diese finden auch mithilfe von Beschwörungsformeln und Zaubersprüchen statt. Gleichfalls gibt es Rituale und Opferungen. Diese Formen des Tantrismus sind jeweils lokal und regional begrenzt und besitzen kaum theoretische oder doktrinäre Aspekte.

Die frühe tantrische Literatur bezieht sich zu größeren Teilen auf diese Dämonologie und in bestimmten Texten, in denen man unterschiedliche Schichten ausmachen kann, wird diesen Praktiken erst Metaphysik und Praxis in Bezug auf spirituelle Ziele beigelegt.

Diese metaphysischen und spirituellen Lehren waren nur der Elite der Tantriker vorbehalten, unter denen sie in die Praxis umgesetzt wurden. Solche Eliten waren z. B. Könige, Aristokraten und bestimmte Brahmanengruppen. Deshalb reflektieren die Lehren des Tantrismus die Belange solcher Eliten, z. B. Aspekte von Macht und den Erwerb von Macht, weltlicher und spiritueller, übernatürlicher Macht. Tantrische Lehren beziehen sich zum Beispiel auf Machtverhältnisse zwischen Menschen und übernatürlichen Wesen, gleichfalls aber auch auf soteriologische, ontologische und metaphysische Reflexionen. Ab dem 8. Jahrhundert entstand so ein tantrischer Kanon, der in Sanskrit geschrieben von diesen Eliten geschaffen und rezipiert wurde. Diese Schriften gehören alle dem Sekten-Hinduismus an, d. h., man kann sie dem Vishnuismus, dem Shivaismus oder dem Shaktismus zuordnen, und es ist immer eine der Formen der Hauptgottheiten, Vishnu, Shiva oder Shakti (Devi), die als höchste Gottheit einer göttlichen Hierarchie übergeordnet ist.

Die Hauptsekten dieser Form des Tantrismus sind:
vishnuitische Pancaratras
Shaiva Siddhanta
Schulen und Sekten des kaschmirischen Shivaismus wie Krama, Trika, Shrividya
die Shakta-Kubjika-Sekte
die vishnuitisch-shaktische Sahajiya-Schule und andere regionale Sekten

Die verschiedenen tantrischen Sekten haben oft gemeinsame Gottheiten, wie z. B. Kali und Svacchanda Bhairava (einer Form von Shiva) in Kaschmir, sowie Tripurasundari, die in Kaschmir, Tamil Nadu und Nepal verehrt wird. Mythologien des Tantra, Pantheone und Metaphysik sind im gesamten Tantrismus in großer Fülle vorhanden. Mythologie und Pantheone werden häufig in Skulpturen und Malereien dargestellt und bilden Gottheiten, übernatürliche Wesen, Dämonen und Tantriker ab. Ein besonderes Merkmal dieser tantrischen Kunst ist es, dass häufig der Geschlechtsakt abgebildet wird. Trotz der Fülle an Göttern und Entitäten steht nicht ein polytheitisches Pantheon im Vordergrund der tantrischen Lehren, sondern es geht darum, dass der einzelne ein Verhältnis zum Einen, nämlich zur obersten Gottheit hat. Dieses Verhältnis wird metaphysisch als Bhedabheda (Einheit in Unterschiedlichkeit) bezeichnet. Diese Einheit ist es, die zu Jivanmukti (Befreiung) führen soll. Tantrische Praktiken streben sowohl danach, Macht über übernatürliche Wesen zu haben oder Macht verliehen zu bekommen, als auch danach, zu erkennen, dass diese Gottheiten und Wesen letztendlich eins sind mit dem transzendenten Selbst der obersten Gottheit, das auch das Selbst des Tantrikers ist.
In diesem Sinne bezieht sich die tantrische Metaphysik auf Emanationen des Göttlichen. Diese Emanationen werden in den meisten tantrischen Lehren auf 36 Tattvas (Kategorien) bezogen, die von den 25 Tattvas der Samkhya-Lehren abstammen.

Diese 36 Tattvas beziehen sich beispielsweise auf Gottheiten, Bewusstseinszustände, Vibrationen von Mantras, den yogischen Energiekörper und Guru-Linien. Dabei werden diese Tattvas als Einheit angesehen, die vom Überweltlichen bis in die Alltagswelt emanieren. Eine Internalisierung dieser Tattvas findet dann in der tantrischen Praxis durch Yoga und Meditation, Mantras und Visualisierungen statt. In der Geschichte des Tantra ist so für die indische Kultur besonders bedeutend gewesen, dass das heutige Yoga (z. B. Hatha-Yoga und Kundalini-Yoga) aus diesen tantrischen Praktiken im 9. bis 12. Jahrhundert entstanden ist.

Hinduistische Tantra-Literatur
Der Begriff Tantra bezeichnete ursprünglich eine Literaturgattung, Tantras oder auch Agamas, die nach-vedisch ist.
Die hinduistische Tantra-Literatur kommt im Allgemeinen in zwei Hauptformen vor. Entweder handelt es sich um Offenbarungstexte anonymer Autoren, die häufig in Dialogform zwischen Gottheiten wie Shiva und Kali oder Vishnu und Lakshmi stattfinden, oder es handelt sich um Texte einzelner Autoren, die Kommentare, Kompendien oder Leitfäden zu Offenbarungsschriften der Tantra-Literatur verfasst haben.

Diese beziehen sich auf Praktiken und Prinzipien des Tantrismus. Die meisten dieser Texte wurden zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert verfasst. Diese Literatur wird als Tantra-Shastra bezeichnet.
Während die Offenbarungstexte in Bezug auf Sanskrit nicht allzu elaboriert sind, enthalten die Tantra-Shastras besonders hochsprachliche Texte. Die Tantra-Shastras behandeln eine Fülle von unterschiedlichen Inhalten. Sie beziehen sich z. B. auf Mantren und Stotras, auf Anweisungen zur Ausführung von Ritualen, doktrinäre Unterweisungen, Philosophie, Kommentare und Hagiographien.

Zumeist wird die tantrische Literatur entweder dem Shivaismus, dem Vishnuismus oder dem Kaula (Shivaismus-Shaktismus) zugeordnet.

Vishnuitische Tantras werden häufig auch Samhitas genannt, shivaitische Tantras bestehen aus Agamas, Tantras und Samhitas. Die Shaiva-Shakta-Texte tragen neben dem Titel 'Tantra' eine Fülle von unterschiedlichen Namen, z. B. das Tripura Upanishad oder Jayadratha Yamala. Kaula-Tantra werden nur diejenigen Texte genannt, die den Eingeweihten zugänglich sind.
Den tantrischen Schriften verwandte Texte, die teilweise inhaltlich übereinstimmen sind z. B. die Texte des Hatha-Yoga, der indischen Alchemie und einige Puranas wie das Agni Purana und das Kalika Purana.

Bija-Mantren, die das jeweilige Chakra dominieren (von oben): Om, Om, Ham, Yam, Ram, Vam, Lam

Der Tantrismus ist eine Erkenntnislehre, die auf der Untrennbarkeit des Relativen und des Absoluten basiert. Der Tantrismus betont die Identität von absoluter und phänomenaler Welt. Das Ziel des Tantrismus ist die Einswerdung mit dem Absoluten und das Erkennen der höchsten Wirklichkeit. Da angenommen wird, dass diese Wirklichkeit energetischer Natur ist und Mikrokosmos und Makrokosmos verwoben sind, führt der Tantrismus äußere Handlungen als Spiegel innerpsychischer Zustände aus. Da Geist und Materie als nicht vollständig geschieden angesehen werden, ist der hinduistische Tantrismus diesseitsbejahend und benutzt psycho-experimentelle Techniken der Selbstverwirklichung und Erfahrung der Welt und des Lebens, deren Elemente als positive Dimensionen erfahren werden sollen, in denen sich das Absolute offenbart. Tantra stellt sich also hauptsächlich als spiritueller und mystischer Weg dar, der auf metaphysischen Annahmen beruht.

Bija-Mantren, die das jeweilige Chakra dominieren (von oben): Om, Om, Ham, Yam, Ram, Vam, Lam

Der heutige Tantrismus stammt aus dem 17. Jahrhundert und stellt sich als eine Sammlung ritueller Techniken dar, die sich auf göttliche Entitäten, häufig Göttinnen, beziehen, um verschiedene Kräfte zu erreichen. Die Ziele der tantrischen Riten sind Bhukti, Macht über das Diesseits, Siddhi, übernatürliche Kräfte, und Jivanmukti, die Befreiung durch Vergöttlichung.

Der Tantrismus ist durchdrungen von okkulten und magischen Vorstellungen. Sehr ausgeprägt sind Ritual und Kult, da die Befolgung esoterischer Stufenwege zur Erkenntnis und Erleuchtung zentral für die religiöse Praxis ist. Von Bedeutung ist die Einweihung (diksha, abhisheka) und die Unterstellung des Schülers (cela) unter einen kundigen Lehrer oder Meister (Guru), der diesem auf dem spirituellen Weg behilflich ist.

Die Hauptelemente des Tantrismus sind:
Die Darstellung und Vergegenwärtigung geistiger Prinzipien mittels sexueller Symbolik, da angenommen wird, die Polaritäten aktiv und passiv, bzw. weiblich und männlich, bildeten durch ihre Wechselwirkung das Universum. Shiva, das männliche Prinzip, gilt als passiv und Shakti, das weibliche Prinzip, als aktiv.

Das System feinstofflicher Energiezentren (Chakras) und -kanäle (Nadis) auf denen die yogischen und meditativen Praktiken basieren, wie z. B. das körperliche Kundalini-Yoga, die Visualisation von Gottheiten oder die sexuelle Vereinigung:
Die Arbeit mit geometrischen Symbolen wie Mandala und Yantra als Ausdruck des Makro- und Mikrokosmos
Das Arbeiten mit Mantras und Mudras

Die Transformation der Körperzentren in geistige Orte durch Mantras und Symbole
Das Einfließen magischer Vorstellungen
Nach der folgenden Unterteilung gibt es für jedes der vier Zeitalter Schriften, welche die jeweiligen Rituale und Übungen regeln. Die Regeln der Shruti, die Veden, gelten demnach nur für das goldene Zeitalter (Sat-Yuga), die Regeln der Agamas (Tantras) nur für das gegenwärtige eiserne Zeitalter (Kali-Yuga).

Shruti („das Gehörte“, die Veden mit den Upanishaden)
Smriti („das Erinnerte“, Gesetzestexte)
Puranas (hinduistische Mythologie)
Agamas (Tantra)

Der Tantrismus ist häufig, aber nicht ausschließlich, mit dem Shaktismus, der Verehrung der göttlichen Mutter, Shakti, verbunden, die Ausdruck der schöpferischen Kraft Gottes ist, mithin der Schöpfung selbst. Im Gegensatz zum reinen Advaita-Vedanta, der die Schöpfung als Illusion – Maya – betrachtet, sieht der Tantriker diese als Ausdruck der Kraft Gottes – Shakti, der Göttin – an und verehrt diese als Mahamaya oder Mahadevi. Der Tantriker betrachtet die Sinneswelt nicht als negativ, sondern benutzt diese, um zur Vereinigung mit dem Göttlichen zu gelangen. Die göttliche Mutter selbst ist nach diesen Lehren im menschlichen Körper als Kundalini-Energie vorhanden, die an der Basis der Wirbelsäule eingerollt liegt und, zum Leben erweckt, aufsteigt, um auf ihrem Weg die verschiedenen Chakren (Räder – subtile Energiezentren) zu öffnen und schließlich im obersten Chakra, dem Sahasrara, mit Shiva, dem männlichen Aspekt Gottes, dem Noumen, vereint zu werden. Alle Hauptgötter wohnen nach dem Tantrasystem im menschlichen Körper, meist im Zentrum der Chakren. So wie Shiva und Shakti im Ardhanarishvara (halb Mann, halb Frau) vereint sind, so ist auch die rechte Hälfte jedes Menschen männlich und entspricht Shiva, während die linke Hälfte der Shakti entspricht.
Da alle Hauptgötter des Hinduismus einen weiblichen Gegenpart besitzen, gibt es je nach Sekte auch eine entsprechende tantrische Richtung:

Vedacara (Veda, hält die vedischen Gebote, benutzt vedische Mantren, Agni ist die Hauptgottheit - Ishta-Deva)
Vaishnavacara (Vishnu-Tantra, Vishnu ist der Ishtadeva)
Shaivacara (Shiva-Tantra, Shiva ist der Ishtadeva)
Shakta-Tantra ist unterteilt in
Dakshinacara (rechter Weg, beachtet die konventionellen religiösen Gebote)
Vamacara (linker Weg, bricht religiöse Tabus)
Kaulacara

Im so genannten „linkshändigen Tantra“, dem Vamacara, werden die fünf vedischen Reinigungsartikel bewusst umgekehrt, in der Verehrung der fünf Ms, den pañca-makāra:

Matsya [oder Mīna] (Fisch)
Māmsa (Fleisch)
Madya (Wein)
Mudrā (getrocknete Körner)
Maithuna (ritualisierter Geschlechtsakt)

Insbesondere wegen des Maithuna ist Tantra in Verruf geraten und wird im Westen fälschlicherweise fast ausschließlich mit Sexualpraktiken identifiziert. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Praktiken nur von bestimmten Sekten, den Vamacharas, und auch dort nur von bestimmten Übenden, den Viryas, in einem bestimmten rituellen Zusammenhang ausgeübt werden. Ähnliche Praktiken wurden und werden teilweise auch in China im Daoismus praktiziert und vereinzelt in der tantrischen Form des tibetischen Buddhismus.

So haben die Dakshinacara-Anhänger die fünf Ms durch andere Substanzen ersetzt oder üben sie nur symbolisch bzw. gar nicht aus. So verurteilt beispielsweise der Samayacara der Shri Vidya-Tradition, die besonders in Südindien in den konservativen Shankaracarya-Orden Eingang gefunden hat, all diese Praktiken und meditiert nicht über Chakren unterhalb des Nabels. Im Shri Vidya werden hauptsächlich die Dasa Mahavidyas verehrt, die zehn großen Göttinnen, Kali, Tara, Tripurasundari, Bhuvaneshvari, Bhairavi, Chinnamasta, Dhumavati, Bagalamukhi, Matangi, Kamala. Sie alle sind Aspekte der einen Göttin, und der Sadhaka (Übende) nähert sich der Ganzheit durch die Verehrung dieser Aspekte allmählich an. Eine besondere Rolle für die Shankara-Tradition spielt dabei die Göttin Sharada (ein anderer Name für Sarasvati oder Tara), die Göttin der Weisheit und des Lernens, da für den Advaita die Erkenntnis, Jnana, der Weg zur Befreiung ist.

Bezeichnend für fast alle Tantriker sind die Bedeutung von Mantras (heilige Wortklänge), Bijas (einsilbige Wortklänge), Yantras (Diagramme), Mudras (Yogische Stellungen, Gesten), Nyasa (Energetisierung verschiedener Körperteile), Bhutashuddhi (Reinigung), Kundalini-Yoga, Kriya (Bewegungs- und Atemübungen), Carya (religiöse und soziale Vorschriften), Maya-Yoga (Magie). Tantra ist immer praxisorientiert, weswegen tantrische Praktiken in fast alle hinduistischen Richtungen eingeflossen sind. Allen Tantra-Traditionen ist außerdem das Gebot der Geheimhaltung der Lehre und die Bedeutung des Guru als Vermittler der tantrischen Lehren gemein. Traditionell kann Tantra nicht in einem Kurs oder durch Bücher erlernt werden.

Zu den Regionen, in denen tantrische Kulte noch besonders lebendig sind, gehören in Indien Assam, Bengalen, Orissa, Maharashtra, Kaschmir, Rajasthan, der nordwestliche Himalaya und Teile Südindiens.

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Mit dem Begriff Neotantra wird eine seit Ende der 1970er Jahre in Europa und den USA verbreitete Richtung des Tantra bezeichnet, die meist von kommerziellen Tantraschulen angeboten und verbreitet wird, aber auch im privaten Bereich praktiziert wird.

Entstehung und Gedankengut

Der indische Philosophieprofessor Bhagwan Shree Rajneesh propagierte unter dem Begriff Neo-Tantra als eine zeitgemäße Form von Tantra die Verbindung von Spiritualität und Sexualität. Diese Lehre besagt, dass mittels Meditation die sexuelle Energie des Beckenbereiches geweckt und zu einem „kosmischen Bewusstsein“ transformiert werden könne. Weitere Theorien und Methoden, insbesondere zu Sexualität und Psychotherapie, sind den Lehren Wilhelm Reichs entnommen. Darüber hinaus finden sich auch meditative Ideen des Yoga und der Körpertherapie.

Bereits seit den späten 1970er Jahren und verstärkt auch in den 1990er Jahren wurden in Deutschland Tantraschulen gegründet. Die Initiatoren waren zumeist Schüler Oshos (Neo-Sannyas) und machten Neotantra im Esoterikmilieu bekannt, im Westen sind insbesondere Margot Anand und Andreas Rothe (Andro) mit ihren Büchern und Seminaren zu nennen.

Tantraszene

Spätestens seit den 1990er Jahren muss man in Deutschland von einer gut vernetzten Tantraszene sprechen, die sich um die Tantraschulen herum gebildet hat. In diesem Raum gibt es ca. 15–20 derartige Anbieter, die eine Vielzahl an unterschiedlichen Workshops durchführen.

Soziale Einordnung

Die Tantraszene steht geschichtlich in der Tradition des Esoterikmilieus. Auch ist eine Einordnung in die New-Age-Kultur der neuen sozialen Bewegungen richtig. Im weiteren Sinn wäre vielleicht noch eine Nähe zur alternativen Szene, zur Polyamory-Subkultur und entfernt zum ZEGG (Zentrum für Experimentelle Gesellschaftsgestaltung) anzumerken, wobei Tantra jedoch unpolitisch bleibt. Obwohl erotische Rituale im Neotantra eine kaum zu überschätzende Rolle spielen (s. u.), ist die Überschneidung mit der Swingerszene gering. Im Vergleich zur letztgenannten Szene ist die Tantraszene bedeutend kleiner.

Themen

Die genauen Thematiken der Seminare sind konkret nur schwer fassbar. Gemein ist vielen Tantrainstituten ein therapeutischer Anspruch. Die Seminare versprechen, insbesondere partnerschaftliche und sexuelle Probleme verarbeiten zu helfen und Traumatisierungen bis hin zu den Auswirkungen sexuellen Missbrauches zu lindern. Auch soll „persönlichem und spirituellem Wachstum“ sowie „natürlicherem“ Erleben der Sinnlichkeit Raum gegeben werden. Die Lehren des traditionellen Tantra, aber auch die Grundlagen des Neotantra selbst (s. o.), werden in den Seminaren zumeist nicht konkret thematisiert.

Angebote und Ablauf der Gruppen

Im Vordergrund der Seminare, die häufig in Kur- oder Wellnesshotels mit entsprechenden Gruppenräumen stattfinden, steht oft das Gruppenerlebnis. Diese Veranstaltungen werden sowohl von Paaren als auch von Singles gemeinsam besucht, wobei seitens der Veranstalter meist auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis geachtet wird. Es gibt aber auch reine Paar-, Single-, Männer- oder Frauenseminare und Veranstaltungen speziell für Anfänger oder Fortgeschrittene. Das Angebot reicht von Abendgruppen über einzelne Wochenenden über mehrtägige Veranstaltungen, Jahrestrainings, Urlaubsreisen bis hin zu Ausbildungen zum Tantralehrer. Jahrestrainings sind dabei Veranstaltungen, die mehrmals im Jahr jeweils mehrere Tage lang dauern und deren Teilnehmer in der Regel eine abgeschlossene Gruppe bilden. Tantraseminare sind von den Krankenkassen nicht als Therapie anerkannt und müssen daher privat finanziert werden.

Der Ablauf der Seminartage wird hauptsächlich von Meditationen (insbesondere Chakren-Meditationen), Begegnungsübungen, Körperarbeit und Partnerübungen bestimmt. Eine einzelne Übung kann mitunter mehrere Stunden andauern. Oft kulminiert ein Seminar in einem erotischen Partnerritual, das je ein Mann und eine Frau zumeist nackt miteinander ausführen (es gibt aber auch Tantra für Schwule und Lesben). Sexuelle Vereinigung wird – zumindest in Anfängergruppen – meist nicht angeleitet. Dennoch kann man feststellen, dass die erotische Begegnung der Geschlechter Hauptthema vieler Seminare darstellt.

Anmerkungen und Bewertungen

Sexuelle Motivationen sind daher auch ein wichtiger Beweggrund der Teilnehmer. Daneben rangieren Sehnsüchte nach Spiritualität, Gemeinschaftserlebnissen und Geborgenheit. Das Geschehen unterscheidet sich zwar deutlich von dem eines Swingerclubs, der leichte Zugang zum anderen Geschlecht und der lockere Umgang mit Nacktheit, Erotik und Sexualität stellt aber einen bedeutenden Anreiz dar. Die sexuelle Vereinigung wird zwar nicht oft angeleitet, aber nach den offiziellen Seminarzeiten gerade in längeren Seminaren von einigen Teilnehmern des Öfteren praktiziert.

Befürworter der Seminare sagen, dass Tantra den Seminarteilnehmern durchaus nützliche Anregungen für ein intensiveres Erleben von Sexualität und Sinnlichkeit im Allgemeinen liefern könne und die entspannte, lockere und gesellige Atmosphäre der Seminare mag darüber hinaus zum Stressabbau dienen. Außerdem trage Tantra positiv zur Persönlichkeitsentwicklung, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit bei.

Kritiker merken allerdings an, dass die therapeutischen Belange oftmals nur ein Vorwand seien, der das Ausleben sexueller Bedürfnisse in den Seminaren verschleiere. Zudem seien die angewandten Methoden und deren Begründung unter Rückgriff beispielsweise auf Osho und Wilhelm Reich Pseudowissenschaft. Problematisch sei insbesondere aber, dass es sich bei etlichen Angeboten um fragwürdige oder mittlerweile beispielsweise aus Sicht der Traumatherapie veraltete „therapeutische“ Konzepte handle. Jedenfalls sei die therapeutische Wirkung von Neotantra-Seminaren bisher nicht belegt worden.

Daraus folge auch, dass die Qualifikation und therapeutische Eignung der Seminarleitung fragwürdig sei und dies der Scharlatanerie Vorschub leiste. Dies sei insbesondere kritisch, da in den Seminaren nicht selten starke Gefühlsschwankungen und psychische Belastungen der Teilnehmer aufträten. Zudem könne es zu einer Abhängigkeit der Seminarteilnehmer von den kostspieligen Seminaren bzw. von den Leitern kommen.

Tantra Massagen

Eine Besonderheit im Zusammenhang mit Neotantra stellen die sogenannten „Tantra-Massagen“ dar, wie sie seit den 1990er Jahren bezeichnet werden. Einerseits sind sie im Umfeld der Szene entstanden und wurden als Teil von Seminaren der Tantraschulen geübt, andererseits werden sie als kommerzielle Dienstleistung angeboten. Ziel der Massage war ursprünglich eine spirituelle Erfahrung, mittlerweile wird zudem mitunter auch Heilung versprochen. Tantra-Massagen umfassen meist auch die Massage der weiblichen bzw. männlichen Geschlechtsorgane, wofür die Bezeichnungen „Yoni-Massage“ und „Lingam-Massage“ verwendet werden, sowie die Massage des Analbereiches und der Prostata. Es besteht kein direkter Zusammenhang zum traditionellen Tantra. Der Begriffsinhalt ist nicht konkret allgemeingültig geklärt; Anregungen stammen etwa von Joe Kramer[1] und Annie Sprinkle[2] sowie dem Berliner Tantra-Lehrer Andreas Rothe („Andro“).

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